Emden

Corona-Fall im Emder Klinikum: OPs verschoben

Im Emder Klinikum werden wegen eines Corona-Falls Operationen verschoben. Bild: Archiv

Im Emder Klinikum werden wegen eines Corona-Falls Operationen verschoben. Bild: Archiv

Von Nina Harms und Mona Hanssen

Im Emder Klinikum ist eine Patientin positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden, kurz vor ihrer Entlassung. Das hat Folgen für den Klinik-Alltag.

Emden - Im Emder Klinikum ist eine Patientin am Donnerstag kurz vor ihrer Entlassung positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Deshalb seien für einige Chirurgen und Pflegekräfte in Absprache mit den Gesundheitsämtern vorsorglich Quarantänemaßnahmen für mindestens sieben Tage lang eingeleitet worden, teilte die Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden an diesem Freitag mit.

Der positiv getesteten Patientin und allen betroffenen Mitarbeitern gehe es gut, teilt das Klinikum mit. Die Frau sei vor knapp zwei Wochen als Notfall in Emden eingeliefert und negativ auf das Corona-Virus getestet worden. Vor der geplanten Entlassung in ein Pflegeheim sei nun ein weiterer Abstrich vorgenommen worden, dessen Ergebnis positiv ausgefallen sei. Danach sei die Patientin auf die Corona-Isolierstation verlegt worden.

Wohnsitz nicht in Emden

Die Emder Stadtverwaltung hatte am Freitagmittag mitgeteilt, dass das Gesundheitsamt „mit Hochdruck“ daran arbeite, die „Herkunft der Ansteckung und die Kontaktketten nachzuvollziehen“. Für alle Kontaktpersonen ersten Grades sei sofort häusliche Quarantäne angeordnet worden. Alle Kontaktpersonen würden unabhängig von Symptomen im Gesundheitsamt getestet, heißt es. Damit erhöhe sich die Zahl der Personen in Quarantäne auf derzeit 18 mit weiter steigender Tendenz. Derzeit stehen 16 Testergebnisse in Emden aus. Am Donnerstag hatten sich nur zwei Personen in Quarantäne befunden und kein Testergebnis stand aus, wie Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) auf seiner Facebookseite mitteilte.

Die Zahl der in Emden Infizierten ist indes gleichbleibend bei 19 Fällen. Die Patientin aus dem Emder Klinikum fließt laut Stadtsprecher Eduard Dinkale nicht in die Statistik ein, weil ihr Wohnsitz nicht in Emden liege.

Auswirkung auf Klinik-Alltag

Der Corona-Fall in Emden hat auch Auswirkungen auf den Klinik-Alltag. Die Unfallchirurgie im Klinikum Emden muss alle planbaren Operationen in der kommenden Woche verschieben. Betroffen seien unter anderem endoprothetische Operationen (Hüft- und Knieersatz), Gelenkspiegelungen (Arthroskopien), Hand- und Fuß- sowie Wirbelsäulenoperationen. „Die Anzahl wird aktuell ermittelt und lässt sich noch nicht abschließend beziffern“, teilt Annika Weigelt, Sprecherin der Klinikträgergesellschaft, auf Nachfrage mit. Betroffene Patienten seien umgehend informiert und die Eingriffe neu geplant worden, heißt es in der Mitteilung. Darüber hinaus sei eine chirurgische Notfallversorgung sichergestellt. „Alle Notfallpatienten, die selbstständig in das Klinikum Emden kommen oder per Rettungswagen gebracht werden, werden weiterhin im Klinikum Emden versorgt“, so Weigelt. Die Allgemeinchirurgie sei nicht betroffen und arbeite ohne Einschränkungen weiter.

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Roman Ferreau 24.05.2020, 10:28 Uhr

Der geschilderte Fall wirft Fragen auf, ich hoffe die OZ bleibt dran.
Nur 16 Tests?

1. Annahme, Infektion aus dem Pflegeheim mitgebracht trotz negativem Test bei Aufnahme. Wer ist Patient null bei bestehender Isolation im Heim, wer testet das Heim Personal, die Bewohner, gibt es dort Infizierte, ggf. symptomlos? Weitere Kontakte: Rettungsdienst, Mitarbeiter der ZPA, Radiologie, OP, Anästhesie, Station, KG... nur 16 Tests?

2. Annahme, Infektion erfolgte in der Klinik, wer ist Patient null, Klinikpersonal, Mitpatientin (ggf. schon entlassen) und auch hier nur 16 Tests??

Doch die Aussage des Stadtsprechers weist wohl den Weg in die Begründung für nur 16 Tests, "Fall geht nicht in die EMDER Statistik ein".
Ich frage mich, will man eine "gute" Statistik, oder weitere Infektionen verhindern?